Wir drehen einen Animationsfilm

Unser Kursleiter Javier Garcia, ehemaliger Animator und Regisseur bei den Pingu Filmen, wollte zu Beginn unseren Bezug zu Filmen bzw. Animationsfilmen kennenlernen und machte uns mit einigen früheren stage-on-air Kurzfilmen Appetit aufs Trickfilmmachen mit Knetfiguren aus Plastilin.

 

Animationsfilme zu machen ist nicht nur ein kreativer Prozess. Man muss dabei äusserst strukturiert arbeiten. Währenddem wir uns mit dem Arbeitsmaterial Plastilin vertraut machten, stellten wir bereits fest, dass es gar nicht so einfach ist, etwas Brauchbares, geschweige denn mehrere fast identische Figuren herzustellen. Diese braucht es, weil die Figuren beim Drehen verformt werden und deshalb mit der Zeit durch Kopien ersetzt werden müssen. Des Weiteren braucht es verschiedene Figuren für verschiedene Posen und Szenen.

 

So begannen wir unter den Anweisungen von Javier, Ideen für den Plot unseres Kurzfilms zu entwickeln, eine realisierbare Geschichte auszuarbeiten und diese auf einem Storyboard aufzuschreiben. Exakt nach diesem Ablaufplan werden wir dann später drehen. Dies dient auch dazu festzuhalten, was genau an Material, Figuren und Requisiten für jede einzelne Einstellung benötigt wird oder organisiert werden muss. Dadurch müssen die Dreharbeiten weniger unterbrochen werden, um nicht vorhandenes Material nachträglich zu besorgen.

Am ersten Kurstag begannen wir, alle um einen grossen Tisch versammelt, mit Figurenkneten. Gleichzeitig überlegten wir, welchen Titel wir unserem Kurzfilm geben sollten und entwickelten bereits die einzelnen Szenen zu unserer Geschichte. Es kämpfen gesunde Früchte und Gemüse, die Hauptfigur Superrüebli an Superman erinnernd, gegen ungesunde Zuckerschleckereien wie Gummibärchen und Tafelschokolade, wobei das Gute, bei uns die gesunden Früchte und Gemüse, am Schluss siegt. Jede einzelne Einstellung unserer Handlung wurde nun im Storyboard auch bildlich aufgezeichnet. Wir filmten die ersten vier Szenen, sodass wir am Abend 15 Sekunden Rohfilmmaterial anschauen konnten.

Der zweite Kurstag war komplett ausgefüllt mit Dreharbeiten, während das Brainstorming für den Filmtitel weiterging. Langsam aber sicher realisierten wir: einen Animationsfilm zu drehen ist eine wirkliche Fleissarbeit, die Spielfiguren werden höchstens zentimeterweise verschoben und gefilmt, wobei an jede einzelne Bewegung pro Bild gedacht werden muss, pro Filmsekunde braucht es etwa 25 Bilder, die am Computer nachbearbeitet werden.

 

Am dritten Tag filmten wir nebst den Trickfilmszenen, spezielle Einstellungen, welche durchgehend gefilmt werden, z. B. die beiden Flugszenen in unserem Kurzfilm, und begannen mit der Vorbereitung der Abschlussaufnahmen. Wir beschäftigten uns weiter mit dem Filmtitel und stimmten definitiv darüber ab. «Zero Sugar Hero» überzeugte schliesslich am meisten. Ausserdem begannen wir die zwei Hintergründe der Abschlussszenen zu kneten.

 

Das Drehen der Abschlusseinstellungen mit dem sich bewegenden Filmtitel und dem animierten Superrüebli-Logo bildete den Hauptteil der Arbeiten des vierten Kurstages. Bewegung in eine Standaufnahme bringt man, indem man die einzelnen Teile auf der Unterlage zum Teil entfernt oder verschiebt und von jeder Veränderung jeweils eine Aufnahme macht. Am Abend konnten wir uns alle zusammen die noch tonlose Rohfassung unseres Kurzfilmes ansehen.

Interessant zu sehen war, wie man die im Film agierenden Charaktere zum hüpfen bringt: man macht eine Aufnahme, auf der die Figur normal steht und eine zweite, auf der die Form auf ein kleines Knetgummibällchen gestellt wird, wobei der Hilfsball im fertigen Film dann natürlich nicht zu sehen ist. Dieser einfache Trick bringt die Figur bereits zum Hüpfen.

 

«Zero Sugar Hero» wird in Kürze auch online auf dem youtube-Kanal «imageundwerbefilme» zu sehen sein.

 

Das Vertonen unseres Animationsfilmes, gab noch einmal etwa einen Tag Arbeit. Alle Kursteilnehmenden erhalten eine schön gestaltete DVD als Erinnerung.

 

(Verfasst von Stagiaire K.S.)

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