Kurs: Animationsfilm

Es war Mittwoch, der 31.05.2017. Neben den Arbeitsbemühungen, die dem RAV abgegeben werden müssen, hatte das stage-on-air-Team eine  weitere Aufgabe vor sich. Im dritten Stock des Kanals K Gebäudes sammelten sich die Stagiaires zu diesem glorreichen Vorhaben: Kreation, Innovation, Animation!

Die teils müden Gesichter waren aufgelockert nach der Instruktion von Javier Garcia, einem der legendären Regisseure des guten alten Pingu. Ja genau, der Pingu! Der Pingu, der Trööt Trööt gemacht hat.  Der Pingu, der eine hippe Geburtstagsparty geschmissen hat. Der Pingu, der Pöstlergehilfe war. Genau! Auch der Pingu, der eine endlose Anzahl an Kindern traumatische Erlebnisse beschert hat. Danke nochmals für die Folge mit dem verdammten Riesenseehund.

Die Kunst der Knetanimation wurde uns näher gebracht. Plastilin heisst der Stoff, aus dem das gute Zeugs gemacht ist. Pingu? Plastilin! Wallace und Gromit? Plastilin! Shawn das Schaf? Plastilin! Wir durften wie früher im Kindergarten ein bisschen basteln und Figuren formen: Würmer, einen Menschen, einen Wurm mit Brüsten, einen Elefanten, kein Spass, wirklich einen Wurm mit Brüsten, etc. Als Gruppe mussten wir dann mit Hilfe von Javier den Plot festlegen. Der renommierte Experte in dieser Branche half uns enorm bei der Findung einer Geschichte.

Man kann ja leider nur „fast“ alles machen mit der Knetmasse. Die Ideenvielfalt war grossartig, der eine wollte Ausserirdische, der andere wollte eine Sexszene, wiederum ein anderer wollte eine gespaltene Hausgeschichte, die eher an das Skript von Desperate Housewives erinnerte. Aber bleiben wir beim Thema. Nach ein, zwei Ausschwenken leitete uns Javier in die endgültige Richtung.

Eine Geschichte eines abgestürzten Piloten, welcher in der trostlosen Wüste auf eine Oase trifft, wo ein modernes Radio steht, mit der Kanal K-Frequenz natürlich. Das Drücken des ON-Buttons sorgt für Action, abertausende Wüstenwürmer kommen aus allen Richtungen und tanzen mit ihm? Plot Twist: Die Batterie geht aus. So werden die musikliebenden Viecher zu Bestien und zerfleischen den nichtsahnenden Piloten. Ein richtiges Massaker wird veranstaltet und übrig bleiben dem Piloten ausser dem Tod folgendes: immenser Blutverlust, weniger Gliedmassen und nie mehr Kanal K hören. Auch wenn er nur fiktiv ist, hat uns der letzte Punkt schon sehr getroffen. Die ganze Story wollen wir natürlich nicht vorab Spoilern. Wär schade um das Finale!

Der Film war nach und nach im Kasten. Es gab natürlich einige Kriterien zu beachten. Lampen nicht verrücken! Tisch nicht verrücken! NICHTS VERRÜCKEN, DAS NICHT DARF! Zentimeter für Zentimeter arbeiteten wir uns durch, Szene für Szene, Bild für Bild. Mal da eine Kulisse erneuern oder neu erschaffen, da eine Figur anpassen, etc. Sehr viel Arbeit für einen kleinen Film...war es das denn auch wert? Natürlich, unser Fast-Blockbuster wäre vom Skript her nach Hollywood zu verkaufen (in Anbetracht der gefühlt letzten 100 Releases). Wir beweisen wieder einmal, dass auch ohne CGI-Effekte,  Starbesetzung und diverse Maskenbildner ein Meisterwerk entstehen kann.  Es war vielleicht viel Arbeit, doch das Endprodukt dann im Kasten zu sehen gab einem das Gefühl von Erleichterung und Stolz. Egal, wie man es beschreiben möchte das Fazit bleibt gleich. Jeder fand eine Beschäftigung, jeder wurde involviert, die Kreativität stand im Vordergrund. Ergo: Es war ein gelungener und guter Kurs.

(Dieser Bericht wurde durch Stagiaire C.V.F. verfasst.)

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