Kunsthaus Aarau

Im Kurs Kunsthaus Aarau besuchten wir die Jahresausstellung „Auswahl 16“ im Aargauer Kunsthaus in Aarau. Für die Ausstellung konnten sich Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz Aargau oder mit besonderem Bezug zum Aargauer Kulturleben bewerben. 72 Kunstschaffende wurden eingeladen ihre neuesten Werke in der „Auswahl 16“ zu zeigen.

Am Vormittag des Kurses hatten wir uns grundsätzlich über das Thema "Kunst" unterhalten. Als Vorbereitung waren die Stagiares gebeten worden, jeweils kurz über Ihr persönliches liebstes Kunstobjekt zu sprechen.

Im Anschluss bastelten wir selbst mit bunten Fäden ein kleines "Kunstwerk" - Vorlage dafür waren die Seil-Installationen von Patricia Bucher.

Kursziel: Jeder Teilnehmer stellt sein liebstes Kunstobjekt der "Auswahl 16" im Plenum vor und schreibt eine kurze Kunstkritik darüber.

Seil-Installation von Patricia Bucher

Morchel

Ich habe mich für das Foto mit dem Titel "Morchel" von der Schweizer Künstlerin Marianne Engel entschieden. Sie wurde im Jahr 1972 in Wettingen geboren.

Sie hat das Foto auf Acrylglas ausgedruckt, mit schwarzem Hintergrund, türkis intensiver Farbe und signifikanter Auflösung, in der man viele Details der Textur am Bild geniessen kann.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie ihre Leidenschaft für Biochemie zeigt, und gleichzeitig mit Kunst verbunden hat.

Die Ausstellung "Auswahl 16" präsentiert die Kunstwerke seit dem 3. Dezember 2016 bis zum 1. Januar 2017. Morchel macht eine bestimmte und perfekte Verbindung zwischen Biochemie und Kunst und gewinnt die Aufmerksamkeit des Kunsthaus-Besuches.

Die Schweizer Künstlerin war bereits in mehrere Ausstellung zu sehen wie zum Beispiel Jackalope, es war an dem Museo Cantonale d'Arte in Lugano im Jahr 2013, auch in dem Forum Vebikus/Kammgarn in Schaffhausen im Jahr  2007, Galerie Staubkohler in Zürich im Jahr 2005.

(Dieser Bericht wurde von Stagiaire J.G. verfasst.)

Bootsfahrt – Schatten am Sonntag

Dieses Bild hat mich auf den ersten Blick angesprochen. Mein erster Gedanke war, dass es eine „Böötlifahrt“ auf der Reuss darstellt. Da ich in Bremgarten direkt an der Reuss wohne, kenne ich natürlich das Bild von all den Leuten, die sich da im Sommer in ihren Schlauchbooten tummeln.

Beim näheren Betrachten der Fotografie merkte ich jedoch, dass dies keineswegs die friedliche Stimmung eines Sonntagsausflugs auf dem Fluss darstellt, sondern einen krassen Gegensatz zwischen Schweizer Idylle und harter Wirklichkeit für viele Flüchtlinge symbolisiert. Das Ausflugsschiffchen mit einer Familie von vier Personen sowie auch das Schlauchboot vollgestopft mit Flüchtlingen wurden von der Künstlerin im Nachhinein in das Foto eingefügt, was aber kaum auffällt.

Mir persönlich aufgefallen ist jedoch, dass beide Boote das Ufer ansteuern. Die Familie wahrscheinlich in freudiger Erwartung wieder an Land zu sein, nach Hause in ein sicheres Heim gehen zu können. Bei den Flüchtlingen wird die Erwartung sicherlich eher nüchtern sein. Kurz, sie wissen gar nicht was auf sie zukommt. Können sie bleiben?

Ich finde diese Fotografie ist eine gute und plausible Darstellung der unumgänglichen Gegensätze der heutigen Zeit und mit eines der tiefgründigsten Ausstellungsobjekte.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire N.G. verfasst.)

Bootsfahrt – Schatten am Sonntag

Im Kunsthaus von Aarau war ein grossformatiges Bild zu sehen, welches eine Bootsfahrt auf einem Fluss zeigt.
Einerseits ist eine Schweizer Familie zu sehen, die in voller Vorfreude ans Ufer rudert um zu Picknicken. Auf der anderen Seite kommt ein überfülltes Schlauchboot mit vielen Flüchtlingen an.

Diese Fotografie hat mir sehr gut gefallen, weil beide Boote mit unterschiedlichem Hintergrund ans Ufer rudern. Eine Familie symbolisiert das harmonische und idyllische Leben in der Schweiz. Die Flüchtlinge im Schlauchboot, die eine anstrengende Reise hinter sich haben, wissen nicht, wie ihre Zukunft in der Schweiz aussehen wird. Die Künstlerin zeigt dies sehr deutlich, indem sie die beiden Schiffchen einfach nebeneinander ins Bild kopiert hat.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire D.M. verfasst.)

Fragen und Fische

Fragen und Fische ist ein Kurzfilm, 2016 produziert in Japan von der Kunststudentin Myrien Barth (geb. 1989).
Sie ist seit 4 Jahren im Kunst Business aktiv und studiert an der Luzerner Universität Kunst und Design. Mein persönliches Interesse für die traditionelle japanische Kultur ist der wesentliche Grund für das Anschauen dieses Filmes.

In diesem Kurzfilm wird in den verschiedensten Situationen das Glück hinterfragt und beantwortet, dies in verschiedenen Relationen. Menschen und Tiere wie z.B. ein Reh, ein Hund, eine schwarze Krähe und natürlich Fische (insbesondere der Koi Karpfen) kommen zu Wort. Dieser Kunstfilm hat die Besonderheit, dass die Laute, welche die Tiere von sich geben, teilweise wie Rhythmus Strukturen klingen (z.B. der Karpfenchor). Die ständig wechselnde Optik in guter Bildqualität
(z.B. schöne Zoom-Close Ups von den Schuppen eines goldenen Kois) faszinieren immer wieder. Obwohl alles eher abstrakt wirkt, bleibt das Interesse den Film bis zum Schluss zu schauen erhalten. Als Assoziation für den Koi-Karpfen wird in Japan neben der Zielstrebigkeit auch das Glück erwähnt. Das ist wohl der Grund weshalb man so häufig Koi-Karpfen-Szenen in diesem Kurzfilm (ca. 12 Min.) zu sehen bekommt. Der Film ist meiner Meinung nach sehenswert, weil man viel vom japanischen Alltag in der Gegenwart wie auch die traditionelle Kultur dieses exotischen Landes erfährt.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire S.T. verfasst.)

Mondrians Schlafplatz

„Mondrians Schlafplatz“ ist ein Bild (von 2 Bildern) von Markus Bösch, einem 39-jährigen, in Zürich wohnhaften Künstler, der es in die „Auswahl 16“ des Aargauer Kunsthaus in Aarau geschafft hat. Es handelt sich dabei um ein Ölgemälde auf Leinwand.

Das Bild spricht mich an, weil ich naturalistische, realistische Darstellungen schätze. Mir fällt es dadurch leichter die Geschichten oder Absichten, die uns der Künstler vielleicht mit dem Bildnis mitgeben möchte, zu verstehen.

Das Schicksal dieses Mondrian macht den Betrachter betroffen. Ist dieser Mondrian obdachlos? Schläft er gerade unter der Decke? Will der Künstler auf den bekannten Maler Piet Mondrian hinweisen, durch ähnliche geometrische Formen und die Verwendung der Farben Rot, Gelb und Blau? Eine vergleichbare Szenerie eines Obdachlosen wie auf diesem Bild kann uns heute jederzeit in grossen Städten überall auf der Welt begegnen. Glücklicherweise, nicht so häufig in der Schweiz, aber es gibt diese Obdachlosen, an denen wir zu häufig vorbeilaufen, ohne ihnen zu helfen oder ohne ihnen eine Münze in ihren Becher zu werfen. In den Scheiben hinter Mondrians Schlafplatz spiegeln sich die Silhouetten von modernen Bürogebäuden. Mondrian lebte zuletzt in New York. Solche Obdachlose trifft man in New York an allen Ecken. Mir gefällt es, wenn ein Bild Emotionen auslöst. Manchmal wären Reaktionen wohl noch besser?

(Dieser Beitrag wurde durch Stagiaire M.K. verfasst.)

Enkelbaum

Dieses Kunstwerk wurde 2015 vom aargauischem Künstler Urs Aeschbach unter dem Namen Enkelbaum angefertigt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich beim Rundgang davor stand… Zuerst dachte ich „ja, ist ein schönes Bild“, aber danach wusste ich nicht wirklich, ob dieser Baum gezeichnet oder abfotografiert worden war.

Diese Situation war für mich persönlich sehr verwirrend. Als die Museumsführerin uns darüber aufklärte, dass der Baum nie real war, schaute ich noch genauer hin und fand es sehr interessant. Anhand dieser Aussage war ich von der Leistung des Künstlers noch mehr beeindruckt. Nun ist mir bewusst geworden, dass man sich sehr täuschen lassen kann und wie talentiert Aeschbach sein muss.

Wenn wir ehrlich sind wäre der eine oder andere auch reingefallen. Genau so etwas bedeutet für mich Kunst. Ich würde es sofort kaufen, wenn es nicht 15‘000 Franken kosten würde. Auf alle Fälle kann gesagt werden, dass es ein gelungenes Kunstwerk ist und ich es mag. Aeschbach hat sein gestecktes Ziel erreicht.

Zusätzlich gefällt mir auch noch, dass die ganze Sache schlicht gehalten ist. Dies lenkt den Fokus auf den Baum und so muss es auch sein. Es gibt einfach eine gewisse Anregung seinen Gedanken freien Lauf zu lassen…

(Dieser Beitrag wurde durch Stagiaire T.S. verfasst.)

No-Go-Zonen

Raoul Müller kann durchaus als Stammgast bei der Jahresausstellung im Kunsthaus Aarau bezeichnet werden. So wurden seit 2005 sieben seiner Werke ausgestellt, von denen zwei sogar mit einem Werkspreis ausgezeichnet wurden.

Dieses Jahr besteht sein Beitrag aus einem vierteiligen Werk, das mit Kohle, Bleistift, Lackfarbe und Grafit auf Papier gefertigt wurde. Mein ausgewähltes Bild zeigt eine Stadtszene, in der ein Auto vor einer Pension parkiert ist. Die Pension selbst ist nach dem Vornamen des Künstlers benannt.

Das Bild wirkt auf den ersten Blick unscharf und verschwommen; es gleicht einer Erinnerung, die nicht mehr ganz frisch ist. Je näher man dem Kunstwerk kommt, desto weniger lässt sich erkennen, die Grenzen zwischen den Konturen verwischen. Entfernt man sich jedoch ein Stück werden die einzelnen Objekte in einen Kontext eingebunden und das Gesamtbild wird ersichtlich. Wie die Erinnerung, welche aus der Retrospektive zwar in ihrer Gesamtheit wahrgenommen werden kann, deren einzelne Details jedoch nicht mehr deutlich erkennbar sind.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire P.R. verfasst.)

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