Kreatives Schreiben

Zwei Tage in einer anderen Welt – mit einem Schreibstift alle Sinne geweckt.
Unsere Kursleiterin Beate Schäfer hat uns durch zwei interessante und abwechslungsreiche Tage geführt. Mit ihr haben wir uns mit dem Schreiben angefreundet, einiges gelernt oder auch Altes wieder aufgefrischt. 
Wie schreibe ich spannend? Was gibt es für Kniffe gegen Schreibblockaden? Wie bekomme ich Mut zum Schreiben?
Was ist erlaubt beim Schreiben?

Die Aarauer Innenstadt wurde für einen Autorenrundgang genutzt und wir haben schreibend die Umgebung erkundet. 

Mit grosser Vielfalt haben wir alle lustige, traurige, hoffnungsvolle, mutmachende  - wertvolle - Texte geschrieben und uns selber sowie die anderen neu kennengelernt.

Es war eine echte Bereicherung. Sicher werden unsere Stifte nun mit viel Elan über die Papierbögen flitzen …. Oder die Hände über die Tasten.

Dieser Bericht wurde von Stagiaire M.M. verfasst

Anfangsbuchstaben-Texte

ALBION

Albion ist Albaner, aber nicht aus Albanien.

Albion ist 25 Jahre alt.

Albion hat keine Ausbildung abgeschlossen, aber er hat einen Kurs angefangen.

Er ist arbeitslos.

Albion arbeitet als Automechaniker.

Albion erwartet einen Sohn, Aldan.

 

ZILAN

Zilan zerquetscht gerne Zwetschgen.

Zurzeit zieht sie ein Zebra und nennt es Zara.

Zukunfts-Zombie zieht in den Zoo und zermatscht sich den Zeh.

Dieser Bericht wurde von Stagiaires verfasst

 

Wenn ich schreibe …

Bei der Aufgabe „Wenn ich schreibe“ sollten wir uns während dem Schreiben Gedanken über das Schreiben machen. Wir schrieben auf, wie es uns ergeht, wenn wir etwas schreiben, wie wir uns dabei fühlen und sonstige Gedanken rund ums Schreiben.

Wenn ich schreibe …

… beschreibe ich meine Ansichten über ein bestimmtes Thema. Am Anfang ist der „Knoten“ noch nicht gelöst und die Sätze werden eher knapp und unausführlich. Wenn ich schreibe, wächst währenddessen meine Konzentration. Mein Text spiegelt meine Gefühle wider und bringt eine Message rüber. Schreiben ist für mich der Ausdruck von Kreativität auf eigene Art und Weise.

Dieser Bericht wurde von Stagiaire S.L. verfasst

 

Wahrheit oder Lüge

Bei der Aufgabe Wahrheit oder Lüge ging es darum, drei verschiedene Texte zu schreiben, von welchen zwei der Wahrheit entsprechen und einer gelogen ist. Die drei Texte wurden im Anschluss im Plenum vorgelesen und es durfte geraten werden. Hier haben wir ein kleines Beispiel von Luca Frabotta, welcher über einige Erlebnisse in seiner Fussballkarriere geschrieben hat. Viel Spass beim Mitraten.

1-Ich konnte bei einem Fussballspiel zwei Mal innerhalb von fünf Minuten von der Mittelinie aus ein Tor erzielen. Wir gewannen dieses Spiel deswegen 4:3.

2-Ich war bei einem Spiel Torhüter, und als wir hoch am Verlieren waren, bin ich aus dem Tor gelaufen und ging mich in der Kabine umziehen.

3-Ich habe mich bei einem Hallenturnier aus Versehen in der Toilette eingeschlossen und habe deswegen unser Finalspiel verpasst.

Dieser Bericht wurde von Stagiaire L.F. verfasst

 

Start ins Fussballerleben (persönliche Geschichte)

Unser Haus, direkt am Fussballplatz gelegen. Meine Güte, was habe ich für ein Privileg. Ich liebe diesen Sport. So nah am Fussball, tagtäglich, fantastisch. Alle zwei Wochen, immer am Sonntagnachmittag hat die erste Mannschaft ein Heimspiel. Ich darf live mitfiebern. Als kleiner Fan hinter dem Tor stehen und mein Team anfeuern, super.

Dann habe ich die glorreiche Idee, ich kann doch Radioreporter spielen. Weil unser Haus so nah am Spielfeldrand liegt, kann ich durchs Fenster von der heimischen Küche aus live das Spiel der ersten Mannschaft kommentieren. Die eigenen Spieler kenne ich alle mit Namen, die des Gegners nicht, also gebe ich denen Fantasienamen. Ich als Radioreporter im ersten Stock, von der Küche aus, mit fantastischem Blick auf das Spielfeld. Ich muss einfach schauen, dass ich alleine in der Küche bin, meine Eltern will ich nicht dabei haben, sie sollen sich meinen Kommentar nicht mitanhören müssen.

Spannung total. Hat meine Mannschaft einen Treffer erzielt, erschallt ein lautes „Torrrr“ durch die Küche. Aber nicht zu laut. Meine Eltern könnten mich ja hören. Ich kommentiere das Geschehen auf dem Feld natürlich in hochdeutscher Sprache. Zum Glück hört mein Lehrer nicht zu, die Satzstellungen sind wohl nicht nach seinem Gusto. Es ist auch nicht so einfach, das Spiel läuft sehr schnell. Aber Übung macht den Meister.

Doch manchmal sage ich mir, ich wär da unten auch gerne dabei. Mitspielen und Mitfiebern, eine tolle Kombination. Also melde ich mich, natürlich nach Absprache mit meinen Eltern, zum Training an. Weit habe ich es ja nicht, etwa eine Minute und ich bin da. Der Trainer und die Kameraden haben mich toll aufgenommen, und da ich auch mit dem Ball umzugehen weiss, bin ich schnell ins Team integriert. Zweimal pro Woche gehe ich ins Training, Schule habe ich auch noch, aber das ist zweitrangig.

Trainer Valentin sagt zu mir: Am nächsten Samstag, mit Spielbeginn um 15.00 Uhr,  bist du das erste Mal als Kicker mit dabei. Meisterschaftsspiel gegen Baden. Meine Güte, ist das eine Supernachricht. Ich muss bis am Samstag noch meine ganze Verwandtschaft aufbieten. Grosseltern, Tanten, Onkel … alles, was Rang und Namen hat, will ich am Spielfeldrand dabeihaben.

Dann der grosse Tag. Spieltag. Besammlung eine halbe Stunde vor Spielbeginn. Ich bin natürlich schon früher da … Heja, mein erstes Spiel, da darf ich unter keinen Umständen zu spät kommen. Trainer Valentin verteilt die Shirts und die Hosen. Daniel hat die Nummer 9, ruft er in die Menge und mein Nervositätspegel steigt nochmals an.

Alle beginnen mit dem Umziehen: Hosen ... Socken … Trikot … alles die gleiche Grösse. Ich als eher kleingewachsener Kerl habe da schon meine Mühe. Alles viel zu gross. Vor lauter Trikot  sehe ich meine Beine nicht. Das Leibchen gehört in die Hosen … ruft Trainer Valentin. Also mach ich das, aber oh Schreck, meine Rückennummer 9 sieht man nur zur Hälfte. Also eine Null.  Aber was soll’s, Hauptsache, es geht los.

 

Meine ganze Verwandschaft hat sich am Spielfeldrand angesammelt. Machs guet, Daniel, tönt es von diesen. Ich ignoriere sie einfach, muss mich ja aufs Spiel konzentrieren. Dann pfeift der Schiri den Match an. Alle meine Kollegen, ich inklusive, rennen dem Ball hinterher. Aber wir rennen effektiv nur hinterher. Gefühlsmässig sind wir gar nie am Ball. Hopp Daniel, höre ich manchmal, aber ich kann meine Eltern, Tanten, Onkeln usw. mit keinem Blick würdigen. Ich muss mich ja aufs Spiel konzentrieren. Nach 15 Minuten 0:3; zur Pause 0:5 und am Schluss 0:11. So das brutale Verdikt. 0:11 Niederlage zu Hause, was für eine Schmach.

Jetzt gibt es sicher eine Riesenschelte von Trainer Valentin. Doch nein, dem ist nicht so. Bis nächsten Dienstag im Training, ruft er uns zu. Zu Hause angekommen sage ich mir, wenn das so weitergeht mit solch happigen Niederlagen, ist meine Fussballkarriere so schnell beendet, wie sie begonnen hat.

 

Doch diese Karriere dauerte dann sagenhafte 26 Jahre. Wir haben zwischendurch sogar auch einmal einen Match gewonnen. Was ich lernte in all den Jahren waren Kameradschaft, Disziplin, Hilfsbereitschaft – eine tolle Lebensschule.

 

Dieser Bericht wurde von Stagiaire D. K. verfasst.

Übrigens, bei Wahrheit und Lüge war das dritte Erlebnis die Lüge.

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