Schreibwerkstatt

 

Einige von uns hatten das Schreiben nie lieb gewonnen, andere schrieben gerne ab und zu. Im Verlauf dieser zwei Kurstage hat uns die Kursleiterin, Beate Schäfer, auf spielerische Art und Weise das Schreiben wieder etwas näher gebracht.

Mit kleinen und grossen Aufträgen, die unsere Kreativität anregten und Schreibfähigkeiten förderten, füllten wir zwei unterhaltsame und produktive Kurstage.

 

Kreative Texte

 

 

 

Anfangsbuchstaben

Zum Einstieg verfasste jeder Kursteilnehmer eine Kurzbeschreibung über sich selbst, die den Anfangsbuchstaben des Vornamens so oft wie möglich enthalten sollte.

K wie Köbi

Köbi ist ein Kopfmensch, er wird als klug bezeichnet. Obwohl er selber keine hat, mag er Kinder. Er interessiert sich für Kunst, hält sich aber nicht für eine Kreativbegabung. Im Alltag wäre er gerne kämpferischer und konfliktfähiger, er ist halt gerne kollegial unterwegs.

E wie Erik

Erik ist sein eigener Herr. Er gibt gern Erfahrungen weiter, ist eigensinnig, doch einfühlsam. Er erbaut gerne Dinge zum Erholen.

(Dieser Text wurde von Stagiaire J.S. verfasst)

M wie Michi

Michi mag nicht Michael. Musik ist Michis Passion. Mit Drumsticks macht Schlagzeugspielen Spaß. Munter macht Michi Kaffee ohne Milch. Mindestens 3 Tassen am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.

(Dieser Text wurde von Stagiaire M.G. verfasst)

 

 

«Wenn ich schreibe...»

 

Der Titel ist im Prinzip selbsterklärend. Die einzige Richtlinie bei dieser folgenden Aufgabe ist der Anfang des ersten Satzes, der Rest ist jedem selbst überlassen. 

 

Wenn ich schreibe, weiß ich manchmal nicht, was ich schreiben soll, da mir nicht immer die Ideen kommen. Aber manchmal gelingt es mir auch ganz gut. Da kann ich meine Gedanken auch gut sortieren und darauf los schreiben. So kann ich meine Gefühle und meine Gedanken ausdrücken. Ich bin nicht so eine große Schreiberin. Und schreibe nicht so lange Texte. Aber es kann auch viel Spass machen, eine Geschichte zu schreiben, die man selbst kreiert hat. Man kann seine Gefühle in den Geschichten verarbeiten, Freude, Trauer, Hass, Ängste, Hoffnung usw., wie man sich gerade fühlt. Es kann auch manchmal helfen, gewisse Situationen zu verarbeiten. Man soll immer seine Ziele, die man hat, auf ein Blatt Papier schreiben und es in der Wohnung aufhängen, sodass man das jeden Tag liest und immer eine positive Einstellung hat, für welche Ziele man kämpft.

(Dieser Text wurde von Stagiaire D.W. verfasst)

 

 

Elfchen verfassen

Ein Elfchen ist eine Form von Gedicht. Auf der ersten Zeile steht ein Wort, auf der zweiten Zeile stehen zwei Worte, auf der dritten stehen drei Worte, auf der vierten stehen vier Worte, auf der fünften nochmals ein Wort. Alles in allem kommt man dann auf 11 Worte.

 

Frühling.

Alles erwacht.

Knospen an Bäumen.

Bald sind sie grün.

Leben.

(Dieses Elfchen wurde von Stagiaire F.K. verfasst)

 

Sucht.

Sozialhilfe, unselbständig.

Auf dem Weg.

Zurück in eine Selbständigkeit.

Leben.

(Dieses Elfchen wurde von Stagiaire J.S. verfasst)

 

Schläge.

Schnelles Tempo.

Musik im Ohr.

Sticks in den Händen.

Schlagzeug.

(Dieses Elfchen wurde von Stagiaire M.G. verfasst)

 

Kantig.

Grautöne, Wasser.

Ist sehr hoch.

Hat sehr viel Action.

Cumulonimbus.

(Dieses Elfchen wurde von Stagiaire O.H. verfasst)

 

Pool.

30 Grad.

Palmen am Wasser.

Weinschorle in der Hand.

Erik.

(Dieses Elfchen wurde von Stagiaire E.K. verfasst)

 

 

 

Beobachten, Verfassen und Vortragen

Wohl die grösste Aufgabe der beiden Kurstage bestand aus den drei Teilen, die im Titel vermerkt sind. 

Zuerst verbrachten alle Stagiaires individuell eineinhalb Stunden am Bahnhof in Aarau mit dem Auftrag, sich auf Details zu achten. Wie klingt es hier? Welche Geräusche höre ich eigentlich? Was blende ich normalerweise aus? Was für Leute bewegen sich hier? Was fällt mir an ihnen auf?

Jedes Detail wurde in Stichworten notiert, um am Morgen des Folgetags einen kreativen Text zu verfassen. Dazu konnten sie ihre Notizen als Inspiration brauchen (oder auch nicht, es war jedem und jeder selbst überlassen). 

Im Anschluss durften alle Teilnehmenden ihre Texte in der Runde vortragen.

 

Eine Stunde am Bahnhof

Ich sitze vor dem Café Ritazza. Nur der süßliche Duft von Blumen und Orchideen mischt sich mit dem meines Kaffees vor mir auf dem Tisch. Trotz des plötzlichen Wetterumschwungs, ist es in der Halle am Bahnhof doch angenehm trocken und warm. Nur ab und an ist eine leichte Briese zu spüren, welche durch mein noch leicht feuchtes Haar streift. Draußen ist es grau und kühl, auch der Regen hat noch nicht nachgelassen. Ich versuche mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, doch durch den Lärm der Lautsprecher bei Zugdurchfahrten, reißt es mich ständig aus meinen Gedanken. Genauso ist es mit den Menschen, welche um mich herumziehen. Die einen leise und grimmig, andere glücklich und referierend. Vor allem aber die jungen Frauen, welche sich anmuten, Absatzschuhe zu tragen, die auf dem Plattenboden durch das ganze Gebäude Resonanz finden. Meistens ist der Gang der hallenden Absatzschuhe langsam und rhythmisch, aber auch polternde schnell aufeinanderfolgende Töne sind zu vernehmen. „Wohl zu spät dran…“, denke ich mir, als ich mich wieder Ablenken lies. Ein Blick auf mein leeres Blatt auf dem runden Keramiktisch frustriert mich.

Mein Handy klingelt und reisst mich aus den Gedanken. „Sigi ruft an“, lese ich auf dem Display. Eilig zucken meine Hände Richtung Samsung. Mit dem Daumen wische ich den grünen, digitalisierten Knopf nach rechts. „Hallo Sigi, na hast du Langeweile in Las Vegas?“ beginn ich auf halbem Wege zum Ohr in das Mikrofon zu sprechen. „Nein nein, ich wollte dir nur mitteilen, dass du mich kommenden Sonntag nicht vom Flughafen abholen musst, ich habe gerade geheiratet“, meint er lässig.

Warte, mein alter Kumpel? Ja alt, denn ich ziehe Sigi nämlich immer damit auf, dass er doch schon 34 Jahre alt und somit ganze 4 Jahre älter ist als ich, und nun hat er in Las Vegas geheiratet?

„Wir machen in zwei Monaten hier in Vegas ein Fest, kommst du auch?“, fügt er hinzu. Ich überlege kurz und kann es gerade nicht richtig glauben. In meinem Kopf fühlt es sich gerade an, als säße ein Affe in einem Dompteurenkostüm und schlägt Becken aufeinander. Ich meine heiraten okay, doch jetzt ist Sigi gerade mal Zwei Wochen in Las Vegas um seinen Stiefbruder zu besuchen und jetzt hat er geheiratet? „Ehm… ja … ja klar komme ich“, stottere ich ins Smartphone. Sichtlich benebelt versuche ich mein verdutztes Gesicht wieder zu korrigieren. Nach einer Weile komme ich wieder zu mir und wollte von ihm wissen: „Ehm … wie soll ich dich in Las Vegas finden?“ Sigi lachte und meint: „Hast du was aufzuschreiben?“ Mein Blick wandert zu meinem Kugelschreiber und dem leeren Blatt Papier vor mir. „Klar“ bestätige ich Sigi. „Also Schreib auf, vom Airport mit dem 23er Bus in die City und beim Government Center aussteigen. Dort wartet Jade, meine Ehefrau, und holt dich ab.“ Ich versuche alles zeitgleich aufzuschreiben und lese es Sigi nochmals vor. „Hey Super, als freue mich das du dabei bist!“

Kaum hat er die Verbindung unterbrochen und mein Handy wieder auf den Tisch gestellt, leere ich meinen Kaffee in einem Zug um pünktlich wieder bei der Arbeitsgruppe zu sein. Doch bevor ich loslaufe, schaue ich grinsend auf mein nun nicht mehr leeres Blatt Papier. 

(Dieser Text wurde von Stagiaire M.G. verfasst)

 

Der nächste Morgen

War das jetzt gerade ein Traum oder Realität, das wagte sie sich noch nicht zu entscheiden. Ehe sie noch weiterdenken konnte, rollte sie sich blitzschnell unter das Bett, bevor das Wesen sie erspähen konnte. Ein paar Sekunden später sah sie die haarigen Füsse des Untieres auf dem Boden aufkommen. Daraufhin hörte sie sein lautes Gähnen. Sie zuckt in sich zusammen. Ein beklemmendes Gefühl überkommt sie; Wer oder was ist dieses Untier? Wie kommt es in ihr Bett? Was war letzte Nacht passiert? Sie konnte sich an nichts mehr erinnern. Filmriss. Sie hält ihren Atem an, aus Angst, dass sie entdeckt werden würde. Das Wesen steht auf und spaziert aus dem Zimmer ohne jeglichen Ton von sich zu geben. Sie wartet noch einen Moment, bevor sie sich unter dem Bett hervortraut. Wohin ist es gelaufen? Sollte sie sich im Haus auf die Suche begeben? Sie hatte Angst, jedoch überwog die Neugier, die sie antrieb, langsam durch das Haus zu pirschen. Als sie sich noch im oberen Stock des Hauses befindet und auf Fersenspitzen langsam durch den Gang läuft, fällt die Haustüre im Erdgeschoss mit einem lauten Knall zu. Augenblicklich bleibt sie stehen. Nach dem sie sich vom ersten Schock erholt hat, rennt sie die Treppe hinunter, schliesst die Haustüre ab und schaut hinter dem Vorhang des Wohnzimmers nach draussen, kann aber niemanden erspähen, ausser den Nachbarn, der gerade dabei ist, den Müll rauszubringen. War das gerade ein Witz? Hatte sie Halluzinationen?

Am Nachmittag kam die Kollegin zum Kaffee bei ihr vorbei. Sie erzählte ihr die Geschichte so, als wäre es eine Szene aus einem Film, den sie letzten Wochenende im Kino gesehen hatte. Beide lachten.

(Dieser Text wurde von Stagiaire F.K. verfasst)

 

Die Liebe

Wenn man von der großen Liebe redet, dann wird heutzutage oft nur geschmunzelt und man macht sich sogar lustig darüber. Es gibt sehr viele Personen, auch in meinem persönlichen Kreis, die sehr enttäuscht bzw. verletzt wurden von der Liebe.

Viele Menschen lassen durch ihre negativen Erfahrungen, andere Menschen nicht mehr an Ihre Gefühle, ohne dabei sich selber eine neue Chance in ihrem Leben zu geben. Als ich meine Frau vor 3 Jahren kennenlernte, erzählte sie mir, dass ihre Eltern die Liebe ihres Lebens zusammen gefunden haben und dass sie sich dies auch so wünsche. Sie sagte zu mir: Es ist so ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ich meine Eltern so glücklich zusammen sehe und sie so gut zusammen harmonieren. Da ich meine Schwiegereltern regelmäßig sehe und sie so oft zusammen strahlen sehe, kommt mir das vor, als wären sie frisch verliebt, dabei sind sie schon 30 Jahre verheiratet. Durch meine positiven 3 Jahre Beziehung, 2 davon Ehe, kann ich und will ich anderen auch den Mut geben, dass es die wahre Liebe immer noch gibt.

Viele sind leider nicht bereit, auch mal Kompromisse einzugehen und auch in schlechteren Zeiten für einander da zu sein. Meine Schwiegereltern hatten so eine harte Zeit gehabt in den 90ern. Sie waren 7 Jahre über 1000 km entfernt von einander, weil mein Schwiegervater aus finanziellen Gründen in die Schweiz zog und hier arbeitete und meine Schwiegermutter im Kosovo war. Meine Schwiegereltern gehen täglich spazieren und das Bedürfnis, mit einander zu sein ist so stark, dass mein Schwiegervater oft zu mir sagt, er könnte sich nicht mehr vorstellen, einige Nächte ohne seine Frau zu sein. Er schätzt das jetzt so sehr, die gemeinsame Zeit zu genießen und jeden Abend zusammen was zu unternehmen. Vertrauen, Ehrlichkeit und sich selbst zu lieben sind für viele leider Fremdwörter. Darum will ich euch zum Schluss noch sagen: ‘‘Liebe fängt bei einem selber an.‘‘

(Dieser Text wurde von Stagiaire F.M. verfasst)

 

Freigeist – Entdecke dich selbst

Was bedeutet es für dich, frei zu sein? Was ist richtig und was ist falsch? Was ist gut und was ist schlecht? Diese Fragen lassen sich alle relativieren.

Für mich ist es immer wieder interessant zu beobachten, wie gewisse Menschen sich ihr Denken vorschreiben lassen oder es zu fest am Denken ihres Umfeldes oder ihrer Gesellschaft definieren. Selten treffe ich einen Menschen, der eine völlig differenzierte Denkweise hat. Umso mehr begeistert es mich dann, wenn ich einen getroffen habe und mit dem im Einklang über Gott und die Welt philosophieren kann, selbst wenn er völlig eine andere Mentalität, Glaubensrichtung oder Herkunft hat. Denn eine differenzierte Denkweise kann man sich nur mit Wissen aneignen und Wissen wiederum mit Interesse. Ist weder noch vorhanden, sollte man sich eigentlich streng gesehen gar nicht das Recht nehmen, über etwas zu urteilen. Ich habe hierzu ein Beispiel, eine Gegenüberstellung zweier Personen;

Im Rahmen meiner RAV-Kandidatschaft musste ich einen Standortbestimmungskurs besuchen. Wir hatten einmal eine kleinere Diskussion über Religionen. Mein Standpunkt war, dass Religionen eine Stütze und ein sinnvoller roter Faden fürs Leben sind. Meine Kursleiterin, sowie ein Kursteilnehmer waren jedoch beide gegen Religionen. Nach kurzer Zeit war jedoch eindeutig definierbar, wer von beiden eine differenzierte Sichtweise hat und wer nicht. Die Kursleiterin war jahrelang in Ägypten, während dem der Kursteilnehmer noch nie in einem anderen Land ausser der Schweiz war. Der springende Punkt daran ist, dass dieser Kursteilnehmer zugegebenermassen ehemaliger Rechtsextremer war, während die Kursteilnehmerin völlig offen auf die fremde Kultur zuging, die weder Ihren Glaubensvorstellungen, noch Ihrer Mentalität entsprach. Je länger, je mehr konnte sie die Sichtweise der Ägypter verstehen und fühlte sich wohl. Während er höchstens damit argumentieren konnte, was für Untaten und Kriege im Namen irgendeiner Religion geführt wurden. Wüsste er jedoch wenigstens ansatzweise etwas über Religionen, wüsste er Folgendes: Jede Religion schreibt ihren Anhängern eine Toleranz gegenüber allem vor. Jede Religion schreibt auch seinen Anhängern vor, nicht hochmütig zu sein. Soll heissen, sich nicht aus einem Grund für etwas Besseres zu halten, auch nicht wenn man seine Religion für die einzig Richtige hält. Dass dies von vielen Menschen anders gehandhabt wird, ist mir klar. Dies wiederum liegt für mich auch wieder an der nichtdifferenzierten Sichtweise, bzw. dem Unwissen und dem fehlenden Verständnis über bestimmte Themenbereiche. Dann aber einfach zu sagen, Religionen sind schlecht und die Wurzel vielen Leides ist sehr einseitig. Denn nur wenn Menschen im Namen einer Religion eine Schandtat verüben oder sonst Schlechtes tun, kann man deswegen nicht eine gesamte Glaubensrichtung verurteilen. Logisch gibt es Unterschiede in den Ideologien, jedoch mehr Gemeinsamkeiten. Man kann den für einem passenden Glauben, bzw. Nichtglauben auch erst entdecken, in dem man sich über verschiedene Sichtweisen informiert hat. Und nicht anhand dem, was man vom Elternhaus empfohlen, erzogen oder in manchen Fällen sogar aufgezwungen bekommen hat. Dann kommt es nämlich nicht von Herzen und nicht aus eigener vollster Überzeugung, sondern dem gesellschaftlichen Druck. Dieser ist auch Grund dafür, wieso viele Menschen bewusst oder unbewusst Angst haben, sich ihre eigene Meinung zu bilden und dazu zu stehen. Auch der Standpunkt, Religionen würden Trennung schaffen, ist sehr einseitig. Schlussendlich lassen sich Menschen auch ohne Religionen unterscheiden, anhand unterschiedlicher Gewohnheiten, Mentalitäten, Traditionen, Hautfarben etc. Toleranz ist hierfür der entscheidende Punkt. Und schon mit der Einstellung, Religionen schaffen Trennung, schafft man Trennung zwischen sich und den Religionen, was für mich ein Widerspruch in sich ist. Während es für jemanden, der keinen grossen Bezug zu einem Glauben hat, Freiheit bedeutet sich nicht an irgendwelche Einschränkungen oder Vorschriften zu halten, ist es für den Gläubigen eine viel grössere Erfüllung, sich in seinem Glauben zu vertiefen.

Ein anderes Beispiel; Durch meine Tätigkeit bei Radio Kanal K durfte ich ein sehr interessantes Interview führen mit Jonas Müller, der sich eine vielversprechende Karriere aufgebaut hat, indem er studiert hat und sich eine Kaderposition bei Electrolux ermöglicht hat, danach auch bei Greenpeace. Durch einen längeren Urlaub in Indonesien hat er sein altes Leben hinter sich gelassen. Er hat auf Karriere, Wohlstand und Sicherheit verzichtet. Ich fragte Jonas dann, ob er sein altes Leben nicht vermisse. Er erwiderte, dass es ihn freut, die ihm wichtigen Leute zu besuchen und dass er Sachen wie fliessendes Wasser oder Strom als Luxus definieren kann, da dies in seinem jetzigen Leben nicht immer vorhanden ist. Er vermisse jedoch weder das Leben in der Schweiz, noch die Mentalität der Schweizer. Nebenbei bemerkt ist er selbst Schweizer, nämlich aus dem Kanton Glarus. Hätte man ihn vor seinem Urlaub und den damit verbundenen Erfahrungen gefragt, ob er sich jemals vorstellen könne, nichts mehr wissen zu wollen vom Leben in der Schweiz, bzw. der schweizerischen Mentalität, bezweifle ich sehr stark, dass er dem zugestimmt hätte. Ausserdem fragte ich ihn während dem Interview, wieso er eine eigene Hilfsorganisation gründen wollte, obwohl er schon in der oberen Etage von Greenpeace Fuss fassen konnte. Er antwortete darauf, dass ihm schon von Anfang bewusst war, dass er mehr auf Augenhöhe mit der Bevölkerung zusammenarbeiten und kommunizieren kann, eben weil er dort lebt und die Mentalität versteht und lebt, im Gegensatz zu den Greenpeacemitarbeitern.

Ein entscheidender Faktor ist für mich, sich von der Masse abzuheben. Die Selbstreflexion und Kritikfähigkeit dürfen dabei jedoch nicht zu kurz kommen, es geht ja schliesslich darum, dass man sich entwickelt und nicht stehenbleibt. Sonst aber ist es wichtig, zu sich zu stehen, sich zu fühlen, bewusst zu leben und sich selbst zu lieben. Dann ist man auch im gesunden Mass darauf fokussiert, sich selber zu gefallen und nicht darauf, was andere von einem halten oder denken könnten.

Für mich ist es eine Erfüllung im Leben, im Einklang mit mir und der Welt zu sein. Dazu ist eine differenzierte Denkweise Grundvoraussetzung, was die Toleranz ungemein steigert. Denn das Leben ist eine ständige Entdeckungsreise, bei der man erst ausgelehrt hat, wenn man stirbt. Nur weil man etwas nicht kennt oder für falsch oder komisch hält, muss dich nicht zwingend bedeuten, dass dem auch so ist. Be the best version of yourself.

(Dieser Text wurde von Stagiaire S.I. verfasst)

 

 

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