31. Oltner Kabarett-Tage

Am letzten Donnerstagabend hatten wir von Stage-on-Air die Möglichkeit,  an den  Kabarett-Tagen in Olten , das neu ins Programm aufgenommene Format Wunschfeder zu besuchen. An diesem schwül heissen Abend  in der Schützi Olten, durften wir von den drei Künstlern Jakob Heymann, Peter Fischer und Lisa Eckhart Ausschnitte aus ihrem Programm aufmerksam verfolgen.

Drückend heiss war es an diesem Abend, als wir in Olten eintrafen. Dunkle Gewitterwolken zogen auf und jeder von uns fragte sich, schaffen wir es noch, trocken in der Schützi anzukommen. Sicherheitshalber haben wir Kanal K Regenschütze eingepackt, um diese den Besuchern vor der Veranstaltung  verteilen zu können. Diese waren im nu weg, denn jeder wollte auch nach der Wunschfeder einigermassen trocken nach Hause kommen.

Nachdem wir unsere Eintrittskarten erhalten haben, begaben wir uns auf die Galerie. Wir hatten perfekte Plätze mit freier Sicht auf die Bühne. Der etwas kurlig wirkende Moderator Manfred Walther begrüsste das Publikum in der voll besetzten Schützi. Er heizte die Stimmung richtig an und bekam bei seiner klamaukigen Begrüssung schon sehr viele Lacher. Die drei Protagonisten des Abends  haben uns mit Ihren professionellen Darbietungen restlos überzeugt. Rhetorisch auf hohem Niveau,  begeisterten sie uns mit Ihren treffenden, manchmal auch etwas schockierenden Pointen.

Nachdem jeder Kabarettist 30-minütige Ausschnitte aus ihren Programmen präsentiert haben, hatte das Publikum die Möglichkeit, mittels Stimmzettel,  den besten Darsteller des Abends  zu wählen. Dem Sieger dieses Preises winkt bei den nächsten Kabaretttagen ein Auftritt in voller Länge.

Nach der Vorstellung hatten wir noch die Gelegenheit, mit jedem der drei Künstler ein Interview zu führen. Locker und entspannt gaben sie Antwort, die noch einmal einige Lacher auslösten. Ausschnitte aus den Interviews und den verschiedenen Darbietungen haben wir unter der fachlich sehr kompetenten Anleitung von Barbara B. Peter in einer 60-minütigen Sendung, die auf Kanal K zu hören ist, zusammengefasst. [Link zum Podcast]

Ein für uns Stagiaires total gelungener Abend ging dem Ende zu und jeder der Teilnehmer hat ganz bestimmt bleibende Erinnerungen mit nach Hause genommen.

(Verfasst von Stagiaire Daniel Kramer)

Peter Fischer

Peter Fischer ist ein deutscher Kabarettist aus München, der momentan mit seinem Programm „Zweitastengesellschaft“ das Publikum in Deutschland und der Schweiz verzaubert und zum Lachen bringt. Mit seinem politischen, musikalischen Kabarett, will er aufzeigen, dass es nicht nur schwarz oder weiss und links oder rechts gibt, sondern dass das Leben darüber hinaus viel mehr zu bieten hat. Durch seine schöne Gesangsstimme lässt er das Publikum in eine ganz andere Welt eintauchen.

Peter Fischer macht eine sehr hochstehende Art von Kabarett, weshalb es durchaus vorkommen kann, dass man die Pointe eines Liedes verpasst, da man sie einfach nicht versteht.

Trotzdem kann ich sagen, dass mich Peter Fischer mit seiner Show Zweitastengeselschaft vollkommen überzeugt hat und ich ihn jedem weiterempfehlen würde.

www.der-peter-fischer.de

(Dieser Beitrag wurde von  Stagiaire L.F. verfasst.)

Lisa Eckhart

Anlässlich der Wunschfeder, dem neuen Format der Oltner Kabarett-Tage, ist die 26-Jährige, sehr talentierte  Poetry Slam Künstlerin Lisa Eckhart aufgetreten. Mit einem Ausschnitt aus ihrem aktuellen  Solo- Programm konnte sie das Publikum schockieren aber gleichzeitig faszinieren.

Lisa steht auf der Bühne, um sie herum hüllt sich ein Seidenmantel, dessen Farbvielfältigkeit das absolute Gegenteil zu dem tiefschwarzen Humor und ihrer Skalpell-Zunge darstellt. Mit ihren grazilen Bewegungen wirkt sie unnahbar, ja schon fast etwas arrogant.

Ihre Eloquenz unterstreicht ohne Widerrede die zum Teil narzisstische Ausdrucksweise. Lisa bricht auf der Bühne praktisch jedes Tabu. Ihre Provokation dient nicht, um die zum teils verstörenden Blicke der Masse auf sich zu zerren, sondern mehr einer schamlosen Gesellschaftskritik. Die Steirerin scheint es sichtlich zu lieben wenn sich das Publikum windet und sich fragt, ob es über derartige Gedankenspiele lachen darf oder doch lieber weinen soll.

Zitat: „Ich käme gerne unter Leute
ich käm wie Gott aus der Maschine
und perforierte Jungfernhäute
wie fette Kinder Trampoline

ich käm spontan und auf Gesuch
der Morgenstund in ihren Mund
und fände sich kein Taschentuch
dann käm ich einfach auf den Hund

ich käme schon in dem sich büsse
und notfalls käm ich vor Gericht
ich käme Sündern auf die Füsse
und den Frommen ins Gesicht

und knieten vor mir eins, zwei Dirnen
Rektum aufgespannt gleich Schirmen
und hätt zu wählen ich die Qual
dann käm ich in die engere Wahl…“ 

Nur ein kleiner Teil eines Gedichts, welches Beispielhaft zeigt, wie faszinierend und gleichzeitig schon fast pervers ihre Pointen gestaltet sind.

Wer Lust auf eine Gradwanderung zwischen den düstersten Gedanken des menschlichen Verstandes und einer rhetorischen Anomalie verspürt, ist wie ich, mit Lisa gut bedient.

http://www.lisaeckhart.com/

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire M.T. verfasst.)

Jakob Heymann

Auf der sanft beleuchteten Bühne steht ein Klavier und eine Gitarre.

Ein junger Mann aus Bremen betritt die Bühne. Er wirkt etwas schüchtern, oder eher introvertiert?  Man weiss es nicht so genau.

Er setzt sich an’s Klavier und stimmt das erste Lied an. Gespannt lauschen die Zuschauer seinem melancholischen Lied über seine depressive Freundin. Schlagartig ändert er die Stimmung und reisst das Publikum aus der tranceähnlichen Atmosphäre in welche er sie gerade versetzt hatte.

Begleitet von seiner Gitarre singt er über Absurditäten des Alltags, Liebe, Leidenschaft, und Pädagogen und garniert das Ganze mit einer ordentlichen Portion Humor und seiner Stimme welche sogar Steine zum Schmelzen bringen würde.

Das Publikum ist Begeistert, der Saal tobt zu seinen satirischen manchmal etwas kritischen Texten aus dem Alltag, so eine Stimmung spricht für sich.

Jakob Heymann war für mich eindeutig die Überraschung des Abends, denn mit seiner teils improvisierten, facettenreichen Performance hat er nicht nur mich, sondern auch den Rest des Publikums begeistert.

Jakob Heymann – Ein Liedermacher

(Dieser Beitrag wurde von  Stagiaire J.O. verfasst.)

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