Fake Ausstellung Lenzburg

Mit „Stage On Air“ und Kanal K besuchten wir am Mittwoch, dem 16. Januar 2019, die aktuelle Ausstellung «FAKE. Die ganze Wahrheit» im Stapferhaus in Lenzburg.

Das Gebäude liegt gleich gegenüber dem Hauptbahnhof Lenzburg und ist nicht zu übersehen. Der im letzten Oktober eröffnete Neubau sticht sofort ins Auge und wird bestimmt durch die moderne Architektur – ein Bau aus Holz und der Anstrich schwarz. Das Gebäude wurde so konzipiert, damit es umgestaltet werden kann: Treppen und Wände können verschoben, der Boden geöffnet und die Fassade sowie der Vorplatz gestaltet werden. Es ist wahrhaftig ein sich stetig wandelndes Gebäude, welches als grosse Bühne dient um den wichtigsten Fragen unserer Zeit Platz zu bieten.

Wie der Name der Ausstellung bereits andeutet geht es um die Wahrheitsfindung. So oft wie noch nie, hören und lesen wir von Fake News. Die Frage, was ist echt, was gelogen und was ist wahr ist so aktuell wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Dies bringt auch die Frage des Vertrauens mit sich.

Wir wurden freundlich empfangen und kompetent, aufgeschlossen und mit viel Leidenschaft durch die Ausstellung geführt. Für alle philosophischen Diskussionen sowie sachliche Fragen war ein Raum geboten. Am Anfang mussten wir versprechen während der gesamten Ausstellung nicht zu lügen und immer die Wahrheit respektive unsere Wahrheit zu sagen. Dies wurde auch zu Beginn gleich getestet – lassen Sie sich überraschen! Diese wurde intelligent, mit Witz und technisch brillant umgesetzt und ist wahrscheinlich einzigartig in der Schweiz.

Als erstes wurden wir in die Geschichte von Fake News eingeführt. Wir erhielten interessante Einblicke, wie sich Nachrichten und Informationen verbreiten und wie sich der Informationsfluss durch neue Medien verändert hat. Anhand einer Computersimulation konnten wir nachvollziehen, wie sich eine Kurzmitteilung von Twitter auf der Welt verbreitet. Natürlich wurde für die Simulation ein Tweet von Donald Trump verwendet. Der nächste Stopp war eine Packstation, welche durch ein brillantes Konzept begeistert. In jedem Paket verbarg sich eine Kurzgeschichte und die ganze Gruppe konnte individuell mithilfe eines Computer-Tablets unsere Meinung dazu geben. Mögliche Antworten waren unterem andern: in Ordnung, lustig, geht gar nicht etc. Ein Beispiel war ein Mann mit manischen Depressionen, welcher im Bewerbungsgespräch vor dem Arbeitgeber verheimlichen musste, da er sonst keine Anstellung erhalten würde.

Nach dieser Einführung hatten wir Zeit, uns selbständig durch die Ausstellung zu bewegen und die Teilbereiche respektive einzelnen Räume nach Interesse zu erkundigen. Einige der Räume werden weiter unten auf der Seite beschrieben um einen kleinen Einblick zu gewähren.

Nach einigen Stunden, welche sich anfühlten wie ein paar Minuten, war für uns die Ausstellung auch schon vorbei. Es bleibt zu sagen, dass es eine vielfältige Ausstellung ist, welche viel Zeit, Geduld und Hirnmasse benötigt um wirklich tief(er) einzutauchen.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire J.B. verfasst.)

Tür Nr. 6 - Kommission für Glaubwürdigkeit

Hinter der Tür Nummer Sechs verbarg sich ein in Holz gekleideter Raum mit acht Bildschirmen und drei Holzbankreihen. Es fühlte sich an wie eine Kirche aufgrund der Stille und wir zwei, sowie anderen Besuchern, wurde schnell klar, dass es hier nur ums Zuhören und Nachdenken geht. Jeder der acht eindrucksvollen quadratischen Bildschirme repräsentierte einen Gesprächspartner oder eine Gesprächspartnerin. Die Diskussion war interaktiv gehalten und brilliant gestaltet. Es fühlte sich gleichzeitig natürlich, aber auch künstlich an. Eine inszenierte Debatte.

Von oben links nach unten rechts waren folgende Berufe vertreten: Lehrer, Pfarrer, Richterin, Politikerin, Wissenschafter, Managerin, Ärztin, Journalist. Im Nachhinein fällt auf, dass für das Experiment Berufe mit einer generell eher hohen Stellung und Einkommen gewählt wurden. In der Diskussion ging es, wie schon im Titel angedeutet, um das Thema Glaubwürdigkeit. Unserer Meinung nach wurde die Gruppe aufgrund der Diversität der Berufe ausgewählt und bildete im Endeffekt ein Gremium von kompetenten Fachleuten um das Thema philosophisch, wie auch sachlich, zu diskutieren. Die Diskussion weitete sich auf viele Zweige des Themas Glaubwürdigkeit aus – unter anderem Transparenz, Geheimnis, Sprache, Vertrauen etc. Zwei Poster an der Wand rundeten das Experiment ab und präsentierten die Auswertungen verschiedener Umfragen. In einer dieser Umfragen wurde gefragt, welcher der oben erwähnten Jobs am meisten Glaubwürdigkeit aufweist. Raten Sie, welchem Beruf wurde laut Umfrage am wenigsten Glaubwürdigkeit geschenkt? Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben im Text, die fett geschrieben wurden.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire J.B. und K.F. verfasst.)

Tür Nr. 13 - Das Lügenlabor…

Ist ein grosser, weisser Saal beleuchtet mit rotem und grünem Licht. In der Mitte vom kahlen Raum ist ein Beichtstuhl aufgestellt, welcher anzeigt ob ihr die Wahrheit sagt oder doch lügt. Ich habe es ausprobiert und fand es sehr spannend. Zuerst musste ich mich auf den Stuhl setzen und fand es zunächst gar nicht so schlimm. Doch dann wurde ich etwas nervös. Ich musste meine Finger auf die Sensoren, welche auf den Armlehnen montiert waren, legen. Plötzlich konnten alle im Raum meinen Herzschlag hören. Als nächstes musste ich insgesamt sechs Einstiegsfragen, je drei mit Ja und drei mit Nein beantworten. Danach wurde es ernst für mich. Von nun an galt: Bloss nicht auffliegen! Ich gebe es zu, nur bei einer Frage habe ich gelogen und die grosse Lampe erhellte den ganzen Saal in grellem Rot.

Wieder im selben Raum gab es einen Spiel, an dem wir immer abwechselnd ein Bild beschreiben mussten oder selber eine Geschichte erfanden, wenn auf der Karte ein Fragezeichen war. Am Anfang war es ziemlich schwer zu erraten, ob die Person gegenüber die Wahrheit erzählt oder nur einen Blödsinn erfunden hat. Aber mit der Zeit  konnten wir anhand der Mimik des Partners erkennen, was stimmt und was nicht. Auch, beim Lügen gilt: Übung macht den Meister.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire H.P. und O.H verfasst.)

 

Alles Gucci oder was?

In diesem Raum handelt es sich um Originalprodukte, die gefälscht und zum Teil so weiterverkauft werden.  Kunden sind vermehrt auf Originalprodukte fixiert, da Originale einen viel höheren Preis erzielen. Bei der Ausstellung „Prüfstelle für Fälschungen und ihr Gegenteil“ gab es verschiedene originale Produkte wie zum Beispiel der Tennisball, mit der Unterschrift von Roger Federer, darunter auch  echte Unterwäsche von Justin Bieber oder auch ein beschädigtes Handy, welches von Tina Neumann , einer berühmten Influencerin benutzt wurde. Wer in den Ferien eine gefälschte Louis-Vuitton-Tasche oder die Nachahmung einer Markenuhr kauft, kann bei der Rückkehr eine böse Überraschung erleben. Viele Markenprodukte beziehungsweise Kleiderprodukte, die ausgestellt waren, hatte der Schweizer Zoll kontrolliert und somit festgestellt, dass es sich um sehr gute Fälschungen handelte. Selbst wenn der Reisende das vermeintliche Schnäppchen lediglich für den Eigengebrauch erworben hat, dürfen die Zollbeamten die Produkte einziehen und zerstören. Obwohl das Gesetz für Markenrechte seit genau zehn Jahren in Kraft ist, sind sich viele nicht bewusst, dass die Einfuhr von Fälschungen in die Schweiz verboten ist. Übrigens kommen die meisten Fälschungen aus China und der Türkei.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire N.S. und F.M. verfasst.)

 

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