Die Jahresausstellung 2017 im Kunsthaus Aarau

Bei der Jahresausstellung vergibt das Aargauer Kuratorium jeweils die Förder- und Werkbeiträge im Bereich der Bildenden Kunst und Performance. In diesem Rahmen besuchte stage-on-air das Aarauer Kunsthaus und setzte sich mit der Auswahl 2017 auseinander. Lesen Sie unsere ganz persönliche Auswahl der Auswahl, die Bilder und Installationen die in unseren Köpfen hängengeblieben sind.

 

„Hereinspaziert in die gute Stube“!

Athen: Holzpaletten stehen vor einem geschlossenen Geschäft. Darauf etwas, das einer Matratze ähnelt. Darüber liegt eine alte Decke mit einem Kissen. An den Wänden des Gebäudes hängen Bilder. Zwischen den Säulen des Gebäudes ist ein Seil gespannt, woran eine Art Vorhang hängt. Alles weisst darauf hin, dass ein Obdachloser in dieser Ecke schläft, ja sogar lebt. Betrachtet man das Bild zum ersten Mal, wirkt es dennoch freundlich, farben- und lebensfroh, ja fast schon einladend. Die Farbenkonstellation ist sehr angenehm zum Anschauen und eröffnet erst beim zweiten Hinsehen, dass es sich um eine Schlafstelle eines Obdachlosen handelt und situativ alles andere als farben- und lebensfroh ist.

Eva Borners Arbeit entstand durch die anhaltende Wirtschaftskrise in Griechenland und die damit verbundenen brutalen Sparmassnahmen, unter denen Griechenland seit 2009 leidet. Borner fotografierte in Athen vier Schlafplätze von Randständigen. Dennoch wurde keiner dieser Randständigen abgelichtet. Die Künstlerin hat sich während ihrer Recherche von Obdachlosen durch Athen führen lassen, um somit einen anderen Blickwinkel auf die soziale Realität zu erzeugen. Als Unterstützung geht der Erlös der verkauften Bilder an die Obdachlosen des jeweiligen Schlafplatzes, dessen Bild verkauft wurden.

Dieser Bericht wurde von Stagiaire I.S. verfasst

 

Jerusalem

Die Trilogie „Jerusalem – rot, blau, gelb“ des 1969 geborenen Malers Philippe Fretz besticht durch die klare Sprache mit dem Pinsel. Die kleinen, feinen Details, wie beispielsweise der Mann am Laptop sind erst bei genauerem Hinsehen ersichtlich. Dass die drei Bilder zusammengehören (Foto: das Mittlere), ist sofort erkennbar, da bei allen Dreien ein markantes Hexagon im Zentrum steht. Beim genaueren Betrachten sind bei den vielschichtigen und detailreichen Gemälden z.B. die Kontinente erkennbar: Europa deutlich und beispielsweise die beiden Amerikas mit etwas Phantasie.

Dieser Bericht wurde von Stagiaire W.T. verfasst

 

Wild Thing!

Das Kunstwerk hat keinen Gebrauchswert*. Kunsthandwerk soll wirken. Der Gebrauch ist hier zweitrangig. Industriedesign ist der Kunst verwandt, bildet jedoch eine eigene Kategorie. Eine Ausnahme macht die Architektur. Kunsthandwerk zählt nicht zu dieser Ausnahme.

 

Beat Zoderer’s fünffacher „Rubik-Cube“ von 2016 mit weissen Kanten, erinnert an die 5 Sinne, die man zur Lösung aller Aufgaben im Leben braucht; im Hintergrund die zahlreichen Lösungsmöglichkeiten, die dieses Kunstwerk mit sich bringen würde, in Form von gefalzten und hernach in die Grundform zurückgelegten Papiere, das die farbigen Kanten entstehen liess (vice-versa)

 Dieser Bericht wurde von Stagiaire B.E. verfasst

 

Drift, 2017

Ein Kunstwerk von Max Matter (*1941).

Beschreibung: Grosse Japanpapiere nebeneinander aufgereiht mit rötlichen Farbverläufen. 350 x 500 cm

Das Kunstwerk „Drift“ stach mir gleich beim ersten Blick in den grossen weissen Raum ins Auge. Es strahlt eine beruhigende und lebhafte Energie aus. Wenn man an den grossen Tüchern schnell vorbeiläuft, erzeugt dies eine Luftwelle und die Japanpapiere wirbeln auf. Mit den Farben und der Bewegung im Kunstwerk ergibt sich somit ein schönes Augenerlebnis.

Dieser Bericht wurde von Stagiaire L.S. verfasst

Eva Borner

‚Invisible people‘ / 2016

Fotografie

 

Bezauberndes Foto mit schönem Farbstil und einer grossen Präsenz.

Das echte Leben – im Kontrast gespiegelt.

Uns gefällt der Gedanke, dass die Frau im Hintergrund –als eine Art Schutzengel – über den Schläfer wacht.

Dieser Bericht wurde von den Stagiaires C.S. und R.M. verfasst

 

Bitte berühren

Der letzte Riesenbärenklau, 2017

Von der Künstlerin Marianne Engel geb. 1972

Die Künstlerin hat in ihrem Kunstwerk eine echte Pflanze verarbeitet. Das Bild ist mit eingefärbten Epoxydharz übergossen und schimmert durch die Nachtleuchtpigmente faszinierend. Das Bild darf explizit berührt werden – Da der Riesenbärenklau ansonst giftig ist, ein ungefährliches Unterfangen

Dieser Bericht wurde von Stagiaire M.M. verfasst

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