Das steckt hinter dem Acoustic Flashmob in Aarau

Sieben Orte, sieben Überraschungen. Ein interessantes Experiment zu Raum, Bewegung und Sounds brachte die Passanten in Aarau zum Staunen und Nachdenken.

Durch die akustische Intervention im öffentlichen Raum wurden gewohnte Alltagsorte für kurze Zeit zu Erlebnisorten. Beim Acoustic Flashmob am 17. und 18. August 2017 fuhren insgesamt zehn umgebaute Velos in einer einstudierten Choreografie durch Aarau, wobei sie die verschiedenen Gassen und Plätze mit ungewohnten Tönen beschallten. Dass die Lautsprecher dabei eher plärrten statt klangen, war Teil des Überraschungsmoments.

 

Hinter dem «Acoustic Flashmob» steckt ein Kunstprojekt, welches die Aarauer Szenografen Peter Kuntner und Stephan Lichtensteiger vom Konzept-Büro fischteich gemeinsam mit Kursteilnehmern von stage-on-air, dem Arbeits- und Weiterbildungsprojekt für Erwerblose bei Radio Kanal K entwickelten. Ziel des Projektes war es, sowohl die Beteiligten wie auch die Passanten in ihrem gewohnten Umfeld mit Ungewohntem zu konfrontieren.

An diesen sieben Orten in Aarau wurden die Passanten überrascht:

Der Graben wird zum römischen Circus maximus. Es erklingen zunächst Hufgeräusche, dann eine Kutsche und Peitschenhiebe. Das Publikum johlt den Gespannen zu.

Quer durch die Stadt jagen neun Velos (Hunde) ein einzelnes Velo (Katze). Plötzlich dreht sich die Richtung der Verfolgungsjagd und aus der verfolgten Katze werden auf der Stelle Hunde, die von einem Löwen verfolgt werden.

Die hintere Vorstadt und das enge Buggeligässli werden zum weiten Urwald. Tarzan turnt herum und von allen Seiten kommen Tiergeräusche, die ihm in die kleine Gasse zum Affenkasten folgen.

Im Kasinopark macht es sich Goethe persönlich gemütlich. In der Nähe der Stadtbibliothek Aarau stossen die Velofahrer ihr Velo, aus dem «Faust» ertönt, während sie ein Buch in der Hand halten.

Am Holzmarkt, wo früher tatsächlich gesägt wurde, wird akustisch Kleinholz gehackt. Passend dazu schieben die Velofahrer ihr Gefährt im Takt vorwärts und rückwärts, als würden sie ein Stück Holz zersägen.

Laut wird es auch in der Igelweid: Am Ort des Kommerzes erklingen aus den Velos klirrende Geräusche von Geld, Kassen und Supermarkt-Scannern.

Passend zur Form der Skulptur zwischen Restaurant Einstein und Neuer Aargauer Bank positionieren sich die Velos rundherum und inszenieren einen Raketenstart: «3, 2, 1, …»

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