Besuch im Kunstmuseum

Offen sein für Neues. Dies muss man zweifelsfrei sein, wenn man sich in der Welt der Kunst bewegen möchte. Kunst wird von jedem anders wahrgenommen und so findet jeder seinen Platz irgendwo in der Kunstszene. Sei es jetzt als Künstler, Kunstliebhaber oder Kritiker.

Nach einer kurzen Einführung in die Welt der bildenden Kunst, kamen wir in den Genuss die Ausstellung Auswahl 18 im Aargauer Kunsthaus besuchen zu dürfen. Die bereits traditionelle Jahresausstellung die immer Ende Jahr stattfindet, gehört ganz den Aargauer Künstlerinnen und Künstler und findet dieses Jahr vom 01.12.2018 bis zum 06.01.2019 statt. Von den eingereichten 165 Bewerbungen schafften es nach der Sichtung durch eine 4 köpfige Fachjury,  53 Kunstwerke in die Ausstellung.

Wir begannen unseren Rundgang mit einer Führung. Acht 3-Dimensionale Installationen wurden uns genauer beschrieben und man versuchte uns die Idee dahinter verständlicher zu machen. Im Hauseigenen Atelier durften wir uns dann ebenfalls als Künstler betätigen. Mithilfe von Drahtkleiderbügeln und einer Zange, ging es darum diese zu verformen und ein an einer Leine hängendes Kunstwerk zu erschaffen. Nachdem unser Objekt auch als Zeichnung zu Papier gebracht wurde, hiess es dann, dies nun andersrum zu versuchen. Die Schwierigkeit lag nun darin, unsere Kunstwerke vom Boden aus in die Höhe wachsen zu lassen. Nach einer Stärkung in der Mittagspause, erhielten wir am Nachmittag nochmals knapp zwei Stunden Zeit, um sich individuell durch die Ausstellung zu bewegen und sich alle 53 Meisterstücke anzusehen. Zweifelsfrei eine Herausforderung für sämtliche Sinne. Jeder Teilnehmer suchte sich sein Lieblingsstück aus und verfasste danach einen Bericht.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire D.B. verfasst.)

Fremde im selben Raum…

so heissen die Skulpturen von Simone Holliger (1986), die mich persönlich am meisten fasziniert haben.  Ihre Kunstwerke sind  bis zu 2 m gross und haben an der diesjährigen Jahresausstellung ihren ganz eigenen Raum erhalten. Die bunten Gestalten stellen verschiedene Charaktere dar und weil sie alle im gleichen Raum zur Schau stehen, gab die Künstlerin  ihrem Kunstwerk den Namen Fremde im selben Raum. Die Installation besteht aus Papier, welches mit Heissleim zusammen befestigt wurde und anschliessend verschieden bemalt und pigmentiert. Am besten gefiel mir, wie die Skulpturen aus Papier in Szene gesetzt waren.  So kompliziert wie die Werke aussehen, ist auch die Arbeit dahinter. Es fordert hohe Konzentration und Sorgfältige Fähigkeit. Deswegen gefiel mir die Arbeit von Simone Holliger in der gesamten Ausstellung am besten.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire H.P. verfasst.)

 

Bitumen auf geleimter Leinwand

Das unspektakuläre Bild fällt beim ersten Rundgang nicht auf, ist bei mir aber nach individueller Betrachtung hängengeblieben.

Die pechschwarzen glänzenden Punkte mit ca. einem cm Durchmesser sind dicht verteilt auf dem mit weisser Leinwand bespannten Holzrahmen.

Das 2018 entstandene, mit schwarzen Tränen übersähte Bild, reflektiert für mich sehr direkt den Zustand vieler Menschen in unserer immer komplizierter werdenden Welt einfach und effektiv.

Als ich näher ranging bemerkte ich auch meinen Schatten auf den glänzenden schwarzen Punkten. Ohne zu wissen ob die Künstlerin das beabsichtigt, wird auch der Betrachter Teil des Werkes. Schlussendlich also ein politischer Kommentar zur Zeit.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire H.W. verfasst.)

 

WELTORDNUNG 66-83-18

Können wir Maschinen kontrollieren wenn sie selbständig denken und wenn ja, wie, ist es ethisch vertretbar ein Gehirn künstlich nachzubauen, ist der Bedarf einer Künstlichen Intelligenz an und für sich nicht schon fraglich genug, kann und darf eine Maschine über Tod und Leben entscheiden und verlieren wir durch den Einzug der Technologie, speziell der Künstliche Intelligenz, unser "Ich"?

Selten pulsiert und trifft ein Kunstwet so stark den Nerv der Zeit. Und trotzdem ist dies für mich nicht der einzige Grund warum sich dieses Werk von der Masse abhebt. Im Vergleich zu fast jedem anderen Werk der Austellung ist die Aussage gegeben resp. selbstverständlich bei genauerer Betrachtung des Bildes und lässt somit keinen philosophischen Spielraum zu mit der Frage nach dem "Was". Aber die Aussage, welches diese Organigramm mit sich bringt ist eine der wichtigsten philosophische Diskussionen, wenn nicht die wichtigste, für die heutigen Zeit!

Das hier diskutierte Kunstwerk mit dem Titel «WELTORDNUNG 66-83-18 LEBENSLAUF» wurde vom Aargauer Künstler Max Treier ins Leben gerufen und ist Teil seiner Installation «WELTORDNUNG 66-83-18». Als Organigramm thematisiert es die die Softwareentwicklung, die Beziehung Mensch-Maschine, den Verlust der Persönlichkeit durch Technologie und natürlich die Künstliche Intelligenz.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire J.B. verfasst.)

 

Installation von Stefan Wegmüller: <My Little Pony>

Gemäss einer Theorie, kann unser emotionales Leben auf ein paar Grundemotionen reduziert werden. Stefan Wegmüller untersucht die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Kommerz, um die Manipulierbarkeit von Emotionen, Sprache und Bildern zu hinterfragen. Die Grundemotionen breitet er in vier lebensgrossen Bildtafeln, auf denen die jeweilige Konnotation dieser Gefühle differenzierter auf Englisch beschrieben wird. Die kleinen Plastikfiguren aus der Serie <My Little Pony> dienen dabei als Stützpfeiler.

Mich haben die grossen Bildtafeln besonders beindruckt. Man ist plötzlich mit vielen Emotionen konfrontiert. Ich persönlich habe mich mit diesen Wörter sehr beschäftigt um meine eigenen Gefühle zu entdecken. Wie fühle ich mich jetzt eigentlich? Optimistic? Depressed? Da ich besser mit Wörter als mit Bildern umgehen kann, hat mich diese ungewöhnliche Art von Kunst ein bisschen inspiriert. Ich fand die Idee eigenartig. Ich sage nichts über das Einhorn.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire K.F. verfasst.)

 

Mirror, mirror… 2017 von Peter Fischer (*1968)

Ganz am Ende des Rundgangs, stand da eine Art Kanone auf dem Ständer. Der Raum geht wegen den irritierenden Zugängen leicht vergessen. Einen Eingang wird als Baustelle verstanden, der andere als Private Absperrung.

Die Installation kann man auf dem schnellen Blick als alles Mögliche interpretieren. Sei es ein Plattenspieler auf Ständer, Scheinwerfer oder eine Maschinentrommel. Geht man noch etwas näher ran, entpuppt sich dieses Gerät als Spiegel. Bleibt man davor stehen, beginnt sich der Teller plötzlich zu drehen.  Doch meine Spiegelung bleibt nicht still, auch ich hüpfe kreisförmig umher. Ich versuche herauszufinden wie das zustande kommt und gehe noch näher ran. Schon wieder verändert sich mein Auftreten. Mal ist es die Hand mal die Schulter. Irgendwann erkenne ich dann eine Linse am Rand des Plattenspielers. Mein Fazit: Eine witzige Idee, wer aber zu lange oder intensiv reinschaut, dem kann es davon schlecht werden.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire O.H. verfasst.)

 

Point of no return

Man muss schon etwas genauer hinsehen, um herauszufinden dass sein aktuelles Werk „point of no return“, welches aus Stahlbänder und Spannsets besteht, zur Ausstellung dazu gehört. Sein Kunstwerk sieht auf den ersten Blick aus wie eine Absperrung, die einen Raum vom andern trennt. Erst wenn man realisiert dass an dieser Stelle eine Absperrung keinen Sinn macht, fällt einem auf dass dies ein Kunstobjekt darstellt.

Der NAB-Förderpreis Gewinner und  Vorstandsmitglied von Visarte Aargau Roman Sonderegger beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Künstlerischen. Seit 2 Jahren unterrichtet er an der Invers Steinbildhauerei. Fast 10 Jahre lang war er als Steinmetz  in der Restaurierung tätig. Seine Werke wurden schon in verschiedenen Schweizer Städten, wie z.B Baden, Lenzburg oder Zürich ausgestellt.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire R.G. verfasst.)

 

Installation im Raum "47°23’23.0“N 8°02’42.0“E "

Unter den 58 ausgestellten Objekten hat mich persönlich das Objekt der beiden Künstler Matthias Berger und Till Hänel angesprochen.

Die Kombination von diversen von Video und verschiedenen Materialien lassen für jeden den Raum für Interpretation offen und die unterschiedliche Aufnahme dieses Objekts bei jeder neuerlichen Betrachtung finde ich interessant. Dieses Objekt mit dem Namen 47°23’23.0“N 8°02’42.0“E besteht aus einer Installation im Raum und 2 Bildlichen Darstellungen wovon eines in 3D gemacht ist.

(Dieser Beitrag wurde von Stagiaire R.M. verfasst.)

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