Schreibwerkstatt

In der Schreibwerkstatt ging es um die Ausschöpfung der eigenen sprachlichen Kompetenz. Man lernte ein positives Verhältnis zum Schreiben aufzubauen, um es später in unterschiedlichen Zusammenhängen besser nutzen zu können. Wir besuchten das Aarauer Stadtmuseum und bekamen zwei Aufgaben, in denen wir frei über Gegenstände und Personen des Museums einen Text entwerfen konnten. Der Freiraum, der uns in diesem Kurs zur Verfügung stand, ermöglichte Humor und Kreativität in unseren Werken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entenstory vom Ex-Stagier Sämi:

Die Stage-Ente

An meinem Arbeitsplatz, auf dem Computer, am Fusse des Bildschirms steht schon seit immer eine kleine gelbe Plastik-Ente. Irgendein Stagie hat wird sie dagelassen haben. Wenn man auf das Knöpfchen auf dem linken Flügel drückt, kann man, wenn’s ganz still ist, oder man die Ente an’s Ohr hält, ein leises kratzendes Geräusch hören, das mal ein Quaken gewesen sein muss. Im Entenschnabel, der aus braunorangem anderem Kunststoff gefertigt ist als das übrige Tier, steckt ein winziges Lämpchen – eine sogenannte Leuchtdiode. Auch sie wird auf Knopfdruck geleuchtet oder zumindest geblinkt haben, als die Batterien im Innern noch gut waren. Diese liessen sich wohl auswechseln – der Entenboden ist ein Deckel mit zwei kleinen Schrauben verschlossen. Ein paar Mal hab ich schon daran gedacht die Ente zu operieren und meinen Boss um neue Batterien zu bitten. Dann lass ich es jeweils doch wieder sein.

Wenn meine Zeit hier in Aarau vorüber ist, werde auch ich eine Plastikente geschenkt bekommen. Ein etwas grösseres schöneres Modell, das aus seinem Inneren heraus farbig leuchten kann. Ich habe keine Ahnung was ich man mit einer solchen Plastikente anstellen kann oder soll, aber ich freue mich auf sie seit Beginn.

Über die tiefere Bedeutung des Entenverschenkens bei stage-on-air weiss ich nichts. Wird wohl schon eine geben. Möglicherweise Etwas das noch nett zu wissen wäre. Wirklich von Belang jedoch nur für jemanden, der gerade einen Text darüber schreibt.

In einem Jahr oder später wird bei mir in der Wohnung irgendwo eine kleine gelbe Plastikente rumstehen. Dank Batterien, die mal gut waren wird aus dem Innern noch ein Flackern erkennbar sein. Manchmal werde ich daran denken dem Tier neue Batterien zu schenken, aber dann werd ich es seinlassen. Mit dem Vogel werde ich nichts anzustellen wissen, aber er wird mich an die Zeit in Aarau erinnern. 

(S.T.)

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